Förderung an der Domschule

Inklusion

Der Grundsatz der Inklusion besagt, dass allen Menschen von vornherein die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen ist.

Die Domschule versucht diesen landesgesetzlichen Auftrag zur inklusiven Bildung, verbunden mit den daraus resultierenden Lehr-, Erziehungszielen und Anforderungen, seit vielen Jahren konzeptionell zu gestalten und umzusetzen.

In der Umsetzung gibt es an der Domschule unterschiedliche Formen, verschiedene Förderschwerpunkte sind möglich. Neben der Kooperationsklasse mit der Montessori-Schule besteht zum einen eine Verteilung der Schüler*innen mit einem festgestellten Unterstützungsbedarf auf alle Klassen, zum anderen bündeln wir verschiedene Förderschwerpunkte in Klassen. Zur Einschätzung der bestmöglichen Förderung finden dazu Vorgespräche, lange vor der eigentlichen Anmeldung, statt.

Schulinterne Förderschullehrer*innen unterstützen alle Schüler*innen darin, ihre Anlagen zu entfalten und sich zu ganzheitlichen, selbstständigen und gemeinschaftsgebundenen Persönlichkeiten zu entwickeln. Diese Hilfe bezieht sich auf die Förderung der intellektuellen Fähigkeiten, der emotionalen Kräfte und Begabungen. 

Unsere Förderschullehrer begleiten und beraten Schüler, Eltern und Kolleg*innen vor allem in den Bereichen: Prävention, gemeinsamer Unterricht in verschiedenen Kooperationsformen, Adaption der Lernbedingungen entsprechend des jeweiligen Bedarfes an sonderpädagogischer Unterstützung, Fördermaterial, Diagnostik, Erstellen von Gutachten zur Feststellung eines Bedarfes an sonderpädagogischer Unterstützung, Beratung mit schulischen und außerschulischen Institutionen,…

Ein fortlaufender Arbeitskreis ist bemüht, aktuelle Themen im Blick zu haben und das Konzept der inklusiven Arbeit fortlaufend zu evaluieren und weiter zu gestalten.

Haben Schülerinnen und Schüler, denen das Lernen leichter fällt, im inklusiven Unterricht Nachteile?

In unserer Arbeit ist uns wichtig, dass alle Schüler*innen von einer inklusiven Beschulung profitieren. Die Ausrichtung des Unterrichts auf die individuellen Lernwege und Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler*innen macht es möglich, Unterstützungs- und Zusatzangebote besser planen und durchführen zu können.

Zahlreiche Untersuchungen an Schulen zeigen, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler durch eine inklusive Beschulung keinen Nachteil haben. Die Zusammenarbeit, das soziale Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung aller Schüler*innen werden in einem inklusiven Unterricht in besonderem Maße gefördert.

Wege der Differenzierung

Förderunterricht

FöMo und FöMi

Montags und mittwochs bieten wir in der 8. Stunde einen Förderunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch an.
Dieser Unterricht wird in klassen- und jahrgangsübergreifenden Kleingruppen von Fachlehrern erteilt.
Unterstützt werden die Lehrer*innen von Schülerinnen und Schülern aus den oberen Jahrgängen, den sogenannten Fördercoaches. Dadurch ist ein Arbeiten in Kleinstgruppen möglich.
Im Mittelpunkt des Förderunterrichtes steht das Trainieren von Basiskompetenzen in den einzelnen Fächern. Hin und wieder ist auch eine Hilfe zu aktuellen Unterrichtsthemen möglich.
Vom 2. Halbjahr an können die Kinder jeweils für ein Halbjahr verbindlich zum Förderunterricht angemeldet werden.
Es findet keine Leistungsbeurteilung statt.
Ergänzt werden kann der Förderunterricht durch die Wahl des Silentiums in der 9. Stunde, einer Zeit, in der in Ruhe unter Aufsicht Hausaufgaben erledigt werden können. 

Hausaufgabenbetreuung

HaBe

Dienstags und donnerstags findet in der 8. und 9. Stunde eine Hausaufgabenbetreuung statt. In dieser Zeit können die dazu angemeldeten Kinder in kleinen Gruppen klassen- und jahrgangsübergreifend unter der Aufsicht einer Lehrkraft ihre Hausaufgaben anfertigen und dabei Tipps oder Hilfestellungen erhalten.
Die Kinder werden jeweils für ein Halbjahr verbindlich zur Hausaufgabenbetreuung angemeldet. 

Deutsch als Zweitsprache

DaZ

Neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler werden von Anfang an in den Regelunterricht integriert.
Die Sprachlernschüler*innen sollen innerhalb von maximal zwei Jahren über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, um vollständig am Regelunterricht einer angemessenen Jahrgangsstufe teilnehmen zu können.
Parallel zum Klassenunterricht erhalten die Schüler*innen im ersten Jahr einen Förderkurs „Deutsch als Zweitsprache“. Dieser maximal einjährige Besuch umfasst in der Sekundarstufe fünf bis acht Wochenstunden.
Im zweiten Jahr erhalten die Schüler*innen Förderunterricht von mindestens fünf Wochenstunden.
Die sprachliche Förderung erfolgt additiv und integrativ.
Der additive Unterricht in einer Sprachlerngruppe bildet den Rahmen für den systematischen Spracherwerb.
Der integrative Regelunterricht im normalen Klassenverband ermöglicht die Teilhabe am Schulleben und den interkulturellen Austausch sowie inhaltlichen und sozialen Anschluss. 

LRS-Förderung



Zur individuellen Feststellung der Lernausgangslage erfolgen im 5. Jahrgang Diagnosetests zur Rechtschreibung und Lesefertigkeit.

Mit der Auswertung der Tests ergeben sich zwei Förderansätze:
Deutsch-Förderunterricht: Wiederholung und Vertiefung einzelner Phänomene aus Grammatik und Rechtschreibung und das LRS-Training: ganzheitlicher Ansatz zur Erarbeitung der Schriftsprache bei spezieller LRS/Legasthenie.

Das pädagogische Konzept des LRS-Trainings ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass in einer Kleingruppe von maximal sechs Kindern ein individuelles Eingehen - mit nach Fehlerschwerpunkten differenzierten Fördermaterialien - möglich ist. Außerdem findet eine genaue Beobachtung und Unterstützung der Wahrnehmungsförderung und der Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler durch eine speziell ausgebildete Lehrkraft statt.

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder in Deutschland sind von spezieller LRS betroffen. Das heißt, dass in der Regel zwei bis drei Kinder pro Klasse Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb haben, die nicht im Rahmen der normalen Deutsch-Förderung behoben werden können.

Die LRS-Förderung ist ein zusätzliches Angebot der Domschule. Die Teilnahme ist freiwillig und beginnt mit dem 2. Schulhalbjahr der 5. Klasse. Die Förderung kann für zwei Jahre in Anspruch genommen werden.

Ziele der LRS-Förderung im Überblick: 
- Verbesserung der Rechtschreibfertigkeiten
- Verbesserung der Lesekompetenz
- Verbesserung der Schrift
- Verbesserung der emotionalen Situation
- Aufbau eines positiven Lern- und Arbeitsverhaltens
- Funktionstraining