Konzept

Konzept der Oberschule für die Domschule

Die Domschule versteht sich als „Haus des Lernens unter einem Dach“. Seit mehreren Jahren werden verschiedene Wege des schulformübergreifenden Arbeitens mit positiven Erfahrungen erprobt. So gibt es die Entwicklung von Kombiklassen, schulformübergreifenden Wahlpflichtkursen sowie Angeboten zur Berufsvorbereitung, Kooperationen mit einer Förderschule, aber auch mit dem Gymnasium.

Die Einführung der Oberschule bedeutet für die Domschule, dass aus den Modellversuchen und den positiven Erfahrungen der vergangenen Schuljahre, ergänzt durch neue Strukturelemente, ein in sich schlüssiges und breit gefächertes Konzept erstellt wird, in dem die Schüler in ihrer Individualität wahrgenommen und möglichst optimal gefördert werden, um auf den für sie geeigneten weiterführenden Lebensweg vorbereitet zu werden. „Stärken stärken und Schwächen schwächen“, so lautet das Motto dieses Lernens. Hierbei bildet das christliche Menschenbild, das jeden Einzelnen als wertvoll und wichtig beschreibt, die Basis des Miteinanders.

 

Struktur der Schule: I – D – S

Integrieren – Differenzieren – Spezialisieren I : Integrieren in den Jahrgängen 5 und 6
D : Differenzieren in den Jahrgängen 7 und 8 S : Spezialisieren in den Jahrgängen 9 und 10

I : Integrieren in den Jahrgängen 5 und 6

In Jahrgang 5 und 6 gibt es 6 Klassen, von denen 5 Klassen jahrgangsbezogen unterrichtet werden. Die Klassenstärke liegt bei etwa 25 Schülerinnen und Schülern, von denen 5-6 mit einer Hauptschulzuweisung zur Domschule kommen. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, individuell ihre Fähigkeiten zu entwickeln, Stärken zu erkennen und an Schwächen zu arbeiten. Sie verstehen sich als „Domschüler“ und nicht als Haupt- und Realschüler.

Die schwächeren SchülerInnen profitieren von den stärkeren, die wiederum dabei die Möglichkeit haben, ihr Wissen zu vertiefen und durch zusätzliche Angebote dieses zu erweitern.

Da unsere Schüler aus einem sehr großen Einzugsgebiet und vielen verschiedenen Grundschulen kommen, bedeutet Integration in den Jahrgängen 5 und 6 für die Domschule desweiteren, die unterschiedlichen Vorbildungen wahrzunehmen und auszugleichen.

Eine äußere Leistungsdifferenzierung ist während der Jahrgänge 5 und 6 in keinem Fach angestrebt. Die Schüler werden im Klassenverband mit binnendifferenzierenden Unterrichtsmethoden unterrichtet.

Eine Klasse im 5. Jahrgang ist eine Qualifizierungsklasse, in die SchülerInnen mit einer Gymnasialempfehlung oder einer sehr guten Realschulempfehlung aufgenommen werden. Seit vielen Jahren gibt es diese Qualifizierungsklasse an der Domschule mit großem Erfolg, wobei die Gründe der Eltern, ihr Kind nicht an einem Gymnasium anzumelden, sehr vielfältig sind. Die Basis des Lernens in der Qualifizierungsklasse ist das Oberschulcurriculum auf dem Erweiterungsniveau. Darüber hinaus erhalten die SchülerInnen dieser Klasse weiterführende inhaltliche Angebote, um so auf das Arbeiten an einem Gymnasium nach Klasse 10 vorbereitet zu werden. Außerdem ist das Erlernen der zweiten Fremdsprache bis Klasse 7 einschließlich Pflicht.

Vier dieser jahrgangsbezogenen Klassen sowie die Qualiklasse werden mit freiwilligem Nachmittagsangebot geführt, die fünfte Klasse ist eine gebundene Ganztagsklasse. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Elternschaft der Domschule sowohl die offene Ganztagsschule als auch ein gebundenes Angebot wünscht. Diesen Auftrag greifen wir in unserem Konzept auf.

D : Differenzieren in den Jahrgängen 7 und 8

Auch in den Jahrgängen 7 und 8 stellen wir das Lernen im Klassenverband in den Vordergrund. Um gleichzeitig aber der unterschiedlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, differenzieren wir in Jahrgang 7und 8 in den Fächern Mathematik und Englisch nach dem Prinzip 3-1-1, d.h., drei Stunden im Klassenverband mit binnendifferenzierenden Aufgaben, eine Stunde für die leistungsstärkeren und eine für die leistungsschwächeren Schüler ( die anderen haben während der Zeit jeweils ein Kurzzeitfach).

Darüber hinaus kommt der Berufsvorbereitung ab Jahrgang 8 eine besondere Bedeutung zu, an der alle SchülerInnen des Jahrgangs teilnehmen sollen. (s. „Berufsvorbereitung“)

S : Spezialisieren in den Jahrgängen 9 und 10

In den Jahrgängen 9 und 10 wird in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch eine äußere Differenzierung erfolgen. Die Kurzzeitfächer werden weiterhin im Klassenverband unterrichtet.

Außerdem haben die Schüler die Möglichkeit, ab Jahrgang 9 im WPK-Bereich ein Profil zu wählen. Angeboten werden die Profile Sprachen, Gesundheit und Soziales, Technik und Wirtschaft.

Unabhängig vom gewählten Profil stehen den Schülern natürlich nach ihrem Abschluss an der Domschule alle Wege offen, da in allen Klassen die gleichen Abschlüsse erreicht werden können.

 

Ganztagsschule

Ab Jahrgang 5 haben die Schülerinnen und Schüler einen verpflichtenden Ganztag pro Woche. Diese zusätzlichen beiden Stunden werden genutzt für SLZ, d.h. begleitete Selbstlernzeit. In Jahrgang 5 sind diese Stunden gekoppelt an den Klassenlehrer und werden genutzt, um Techniken des Methodenlernens und selbstgesteuertes Lernen einzuüben.

Darüber hinaus gibt es in den Jahrgängen 5 – 7 für die SchülerInnen – abgesehen von der Ganztagsklasse – ein offenes Angebot für den Nachmittagsbereich geben. Die Hausaufgabenbetreuung sowie AG-Angebote aus den Fachbereichen Sport, Musik und Kunst bilden den Kern des seit vielen Jahren an der Domschule bestehenden Nachmittagsangebotes. Verschiedene Kooperationen (BDKJ, Theater, Soziales Seminar) ergänzen dieses Angebot. Auch AGs, die von älteren Schülern für die jüngeren angeboten werden, gehören bereits jetzt zum Programm.

Durch dieses vielfältige Angebot haben die Schüler die Möglichkeit, ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Nachmittagsprogramm wählen zu können.

Die Klasse mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht – pro Jahrgang eine Klasse – arbeitet mit besonderen Unterrichtselementen, dazu gehören die SLZ (Selbstständige Lernzeiten), Soziale Werkstatt und der AG-Nachmittag.

Berufsvorbereitung Klasse 8

  • –  Berufsorientierungstag
  • –  Betriebs- und Praxistage für alle, wozu auch BIZ-Besuche und Elternabende zur

    Orientierung über den weiteren Bildungsweg gehören. Ziel ist es, den Schülern den Blick für die Vielfalt der Berufsfelder zu eröffnen und diese erlebbar zu machen durch möglichst viele Praxisanteile. Hierzu lassen sich die Kontakte zu Betrieben vor Ort nutzen. Auch der Girl’s Day (Zukunftstag) sollte integriert werden, da viele Firmen spezielle Angebote für diesen Tag vorbereiten.

    Klasse 9

  • –  Berufsorientierungstag
  • –  Zwei Praktika( insgesamt 4 Wochen) für alle SchülerInnen (kurz vor oder nach

    Herbstferien, vor den Sommerferien)

    Klasse 10

– Berufsorientierungstag am Anfang des Schuljahres als Training oder Checkup für Bewerbungen

Berufsorientierungstag für die Jahrgänge 8 – 10

Die mit der Domschule kooperierenden Firmen stellen sich an einem Tag den Schülerinnen und Schülern vor.

 

Fördern und Fordern

  1. Das Unterrichten in Halbgruppen in den Fächern Englisch und Physik

    Die 5. Wochenstunde in Englisch im Jg 5 soll gekoppelt werden mit Physik, sodass jeweils eine halbe Klasse Englisch- und die andere Hälfte Physikunterricht erhält. In einer weiteren Stunde werden die Fächer getauscht.
    Dieses System ermöglicht in Physik die Durchführung von Versuchen und in Englisch eine Intensivierung des Sprechens der Fremdsprache.

  2. Differenzierungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch

    In den Jahrgängen 7 und 8 wird in den Hauptfächern differenziert nach dem Prinzip 3 (Stunden im Klassenverband) – 1 (Stunde für die stärkeren Schülerinnen) – 1 (Stunde für die schwächeren SchülerInnen)
    Im vierstündigen Fach Deutsch werden zwei Stunden vom Fachlehrer und zwei Stunden vom Fachlehrer und einer zusätzlichen Fachlehrkraft in Doppelbesetzung unterrichtet.

    In den Jahrgängen 9 und 10 werden die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik in äußerer Differenzierung in getrennten Kursen auf G- und E-Niveau unterrichtet.

  3. Förderunterricht

    In Kleingruppen wird von Fachlehrern mittwochs in der 7. Stunde Förderunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erteilt. Bei diesem Förderunterricht geht es um das Einüben und Trainieren von fachbezogenen Basiskenntnissen. Unterstützt werden die Lehrer in diesem Unterricht von SchülerInnen aus den höheren Jahrgängen, sodass auch auf individuelle Fragen eingegangen werden kann.

  4. Selbstständiges Lernen

    Mit der Einführung der jahrgangsbezogenen Klassen kommt auch dem selbstständigen Lernen /Methodenlernen eine ganz neue Bedeutung zu, denn die Eigenverantwortung der Schüler für ihren Lernprozess ist eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg und muss von Klasse 5 an intensiv eingeübt werden. Gerade in den leistungsheterogenen Lerngruppen ist es besonders wichtig, dass die Schüler auch in Zeiten, in denen sie selbstständig arbeiten müssen oder in denen sie ihren eigenen Lernprozess voranbringen durch Fragen, Hilfen des Lehrers oder Arbeit am Wochenplan Verantwortung für ihren individuellen Lernprozess übernehmen.

  5. Förderung und Differenzierung durch WPK bzw. Profilwahl

    Ab Jahrgang 9 können die SchülerInnen sich im Bereich der WPKs nach individuellen Kriterien entscheiden für die Fortsetzung der zweiten Fremdsprache oder aber für zwei Kurse aus den Profilen Gesundheit und Soziales, Technik oder Wirtschaft und so einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Schwerpunkt setzen.